“Im Zweifel immer verhaften, wie oft muss ich Ihnen das noch sagen”

Über Satire in Zeiten des Terrors – Filmemacher Ernst Lubitsch zeigte schon 1941, wie das geht…
Es gehört zu den Paradoxien des Lebens, dass trotz aller verheerenden Folgen Gewalt und Krieg noch immer zum Konfliktlösungs-Repertoire von Einzelpersonen, Gruppen und Staaten gehören. Heute mehr denn je. Während westliche Medien die Bürger tagtäglich bis zum Überdruss neben allerlei realem Kriegsgerät auch noch mit fiktivem Bild- und Filmhorror überschütten, um Kasse zu machen und uns darauf einzustimmen, dass allüberall das Böse lauert, versorgt uns nun das Kalifat, der sog. „Islamische Staat (IS)“, im Wochentakt mit Videos echter persönlicher Schicksale, die live zeigen, zu was ein Start-up-Regime fähig ist, das Terror zur Staatsdoktrin erhoben hat. Wer dort Unmut erregt – so erfahren wir – muss mit dem Schlimmsten rechnen. Doch ist macht- und staatsverfügter Terror uns wirklich so fremd, wie es heute im Medienecho auf die Islamisten-Verbrechen scheint? Mitnichten: Weiterlesen

Alles Putin-Versteher?

„Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!” 60 Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien fordern in einem Aufruf eindringlich eine neue Entspannungspolitik für Europa.

„Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen,“ heißt es im Aufruf  zum Mediengetöse in der gegenwärtigen Krise zwischen EU/USA und Russland. Anstelle objektiver Berichterstattung werden in den westlichen Leitmedien nicht nur politisch missliebige Staatslenker dämonisiert, sondern auch jeder als “Putinversteher” diskreditiert, der für Interessensausgleich und Friedenspolitik statt Eskalation durch Sanktionsspiralen und Aufrüstung bis hin zum Einsatz von Waffengewalt plädiert. Sehen Sie selbst, wem alles dieses Etikett nun angeklebt werden könnte – hier der Aufruf, eine Online-Petition und die Unterzeichnerliste im Wortlaut. Weiterlesen

Ökologische Kamikaze-Politik

Trotz absehbarem Klimakollaps erlaubt der jüngste OPEC-Beschluss eine beispiellose Verschleuderung fossiler Ressourcen – zum Schaden alternativer Energieformen

Albert Einstein hat es gewusst:  „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher“. Wie Recht er hat, lässt sich in diesen Tagen wieder einmal beispielhaft zeigen. Während  man den Globalstrategen der  Finanzwelt staunend dabei zuschauen kann, wie sie die fossilen Brennstoffpreise aus politischem Kalkül in den Keller zu prügeln versuchen, kommt der Weltklimarat (IPPC) zeitgleich zum Schluss, dass just der billige Massenverbrauch dieser Energieform uns übel einheizen wird. Die Erderwärmung  – so der IPPC wenig überraschend – sei eindeutig menschengemacht und ohne raschen Umstieg auf Alternativ-Energien seien katastrophale Veränderungen des Weltklimas zu erwarten. Weiterlesen

Mehr Zaster für Zocker

Draghi jubelt: Nieder mit dem Sparstrumpf-Deutschen.

Dank Negativ-Zins sollen nun auch wir unter unserem EZB-Chef und Ex-Goldman-Sachs-Banker Mario Draghi zwangsangeleitet werden zu börsengerechtem Geld-Umgang. Und Erspartes in Aktien, Anleihen und anderen Finanzprodukten anlegen. Falls sich dafür noch immer nicht genug Willige finden, sind schon die nächsten Daumenschrauben in Arbeit: Abschaffung des Bargelds. Zwangshypothek aufs schuldenfreie Häuschen und anderes mehr… Dabei  hat uns der Altmeister des Finanzmarkts, Andre Kostelany, schon vor Jahren vor den systembedingten Gefahren all solcher Aktivitäten gewarnt: „Die ganze Börse hängt nur davon ab, ob es mehr Aktien gibt als Idioten oder mehr Idioten als Aktien“. Wie ein Blick auf die aktuellen Joke-Seiten zeigt, steht er mit dieser Erkenntnis offenbar nicht allein.

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Getrübter Blick auf Medienkritiker

Der Feldzug des Hans Leyendecker – mit Bildungsfledderei
statt Argumenten reagiert der SZ-Journalist auf die derzeitige
Protestwelle von Bloggern und Publizisten

Wer hätte das gedacht: Auf Hans Leyendecker, Leuchtturm der “investigativen, ergebnisoffenen  Recherche” der Süddeutschen Zeitung, können sich seine Chefs nicht wirklich verlassen. In seinem jüngsten Beitrag über Medienkritik (“Der böse Blick, SZ vom 11. 11. 2014″) ortet er zwar als journalistischer Parzival den heiligen Gral unabhängiger Berichterstattung bei dem in letzter Zeit schwer unter Beschuss geratenem eigenen Blatt und ähnlichen Leitmedien. Dass er dabei aber kein gutes Haar an jenen läßt, die dies aufgrund der SZ-Mainstream-Berichterstattung über die Ukraine aus gutem Grund mehr als anzuzweifeln wagen, grenzt schon an Nibelungentreue. Ob man in den oberen Etagen des Pressehauses über Leyendeckers Feldzug in eigener Sache glücklich ist, muss dennoch mit Fragezeichen versehen werden. Denn schließlich rahmt er seinen Beitrag ausgerechnet mit dem Namen jenes Medienkritikers ein, der wegen seiner scharfsichtigen und bis heute aktuellen Analysen im Journalistengewerbe seit gut hundert Jahren totgeschwiegen wird: Karl Kraus. Weiterlesen

4 Jokes zur Erklärung der aktuellen Weltlage

Mafiapate „Don Vito Corleone“ kommt zur Deutschen Bank und will Geld anlegen. Don Vito: „Ich will 1000 Euro anlegen, sind die auch sicher bei Ihnen?“. Berater Ackermann: “Kein Problem!“ Don Vito: „Und was ist, wenn was schief läuft?“. Berater Ackermann:“ Dann haftet die Bundesbank!“. Don Vito: “Und was ist, wenn denen die Luft ausgeht?“. Berater Ackermann: „ Dann haftet der Rechtsstaat !“. Don Vito: „Und was ist, wenn der Rechtsstaat in die Knie geht?“. Berater Ackermann: „Das sollte Ihnen doch 1000 Euro wert sein, oder?“ Weiterlesen

Propaganda: “Packen Sie das Volk. Reißen Sie es hoch”

“… dann sind wir fein raus”: Ein Geheimprotokoll aus Kaisers Zeiten offenbart, welch unheilvoller Denk-Automatismus sich einstellt, wenn erst einmal alle Schranken gegen Waffengewalt gefallen sind.

Schon Anfang des vorigen Jahrhunderts notierte der Wiener Zeitkritiker Karl Kraus : „Krieg ist zuerst die Hoffnung, dass es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, dass es dem andern schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, dass es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, dass es beiden schlechter geht.“  Worte über Verlauf und Ergebnis von grenzüberschreitender Waffengewalt nach 1914, die heute vergessen scheinen. Zwar gedachten  unlängst führende Politiker, allen voran Bundespräsident Joachim Gauck, ausgiebig des 1. Weltkriegs, forderten aber dabei  wie selbstverständlich , Deutschland solle international wieder eine stärkere auch militärische Rolle spielen.  Warum der Pfarrer-Vorschlag, eingewickelt in die Watte-Formel “mehr Verantwortung übernehmen” nichts als blinde Leugnung gegenüber bitterer historischer Erfahrung ist, enthüllt ein Dokument, an das man sich erinnern sollte. Weiterlesen

ARD-Programme: von Lügen und Rügen

Über die Glaubwürdigkeitskrise der ARD-Anstalten – massive Vorwürfe aus einem vertraulichem Papier des Programmbeirats

Glaubwürdigkeitskrise in den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten (OR) und kein Ende. Nachdem Anfang Juli bereits der ZDF-Fernsehrat  die „Ranking-Lügen“ der Unterhaltungs-Show „Deutschlands Beste !“ scharf rügte, bekamen die Sender jetzt abermals eine vernichtendes Urteil. Nur diesmal  war nicht das vergleichsweise harmlose Spaß- und Quatschprogramm im  ZDF,  sondern der schwergewichtige ARD-Nachrichtenteil Stein des Anstoßes .  „Tendenziös“, “mangelhaft“, “einseitig“, so lautete das Fazit des ARD-Programmbeirats, nachdem dieser wegen massiver Zuschauerproteste die politische Berichterstattung der Anstalt zum Ukraine-Konflikt unter die Lupe genommen hatte. Die zunächst nur intern kursierende Programm-Kritik, geleakt vorigen Monat durch das Heise-Online-Portal , wurde zunächst von fast allen Medien der Republik behandelt wie ein peinliches Familiengeheimnis. Soll heißen: Man schwieg sie tot. Warum? Weiterlesen

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